«Es ist magisch»
So unterstützen die Familien unsere Nati-Spieler in Prag

Die Schweizer Eishockey-Nati kann in Prag Historisches schaffen. Unterstützt wird sie dabei auch von zahlreichen Familienangehörigen, die den Weg nach Tschechien auf sich genommen haben.
Publiziert: 26.05.2024 um 16:00 Uhr
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Aktualisiert: 27.05.2024 um 07:05 Uhr
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Matthias Davet

Alles beginnt mit Philippe Loeffel, dem Vater von Nati-Verteidiger Romain. Blick nimmt vor dem Halbfinal gegen Kanada (3:2 n.P.) mit ihm Kontakt auf. «Wir können uns gerne um 16.30 Uhr vor der Eishalle treffen. Ich komme mit meiner Familie. Bis dann, alles Gute und HOPP SCHWIIZ», antwortet Philippe. Der Termin steht.

Als wir um 16.30 Uhr vor dem Prager Stadion stehen, ist Familie Loeffel schon von weitem zu erkennbar. Alle tragen ein Trikot mit dem Namen Romain – die Erwachsenen das von der Nati, die Kinder eines vom SC Bern. «Nachdem die Schweiz im Viertelfinal gewonnen hat, war klar, dass ich nach Prag komme», erklärt Philippe. Der Eishockeyfan verfolgt die meisten Abenteuer seiner zwei Söhne, die beide Eishockeyspieler sind. Romains Bruder Colin ist auch dabei. Die Familie Loeffel ist damit fast vollständig. Nur die Schwester fehlt, sie verbringt mit Freunden ein Wochenende in Mailand.

Colin, Romain und Philippe Loeffel (von links nach rechts) nach dem Halbfinal.
Foto: zvg

Philippe Loeffel ist vor dem Spiel etwas angespannt «Meinen Sohn im Nationaltrikot zu sehen, ist für mich von unschätzbarem Wert», sagt der stolze Vater. Der Bruder von Nummer 55 ist ebenfalls stolz auf seinen älteren Bruder: «Das ist ein wichtiger Moment in seiner Karriere und er braucht unsere Unterstützung.»

Die Schweiz steht im WM-Final in Prag.
Foto: imago/Bildbyran
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Vater von Haas nimmts locker

Einige Augenblicke später werden wir von Anna und Michel unterbrochen, sie sind die Eltern von Sven Jung und kennen Familie Loeffel gut – Anna ist die Gotte von Colin Loeffel. Die beiden Familien fallen sich in die Arme. «Es ist ein unglaubliches Gefühl! Sven ist schon 29 Jahre alt», sagt Anna, «wir sind froh, dass er diese Chance nutzen kann.» 

Eine weitere Spielerfamilie taucht auf. Serge, der Vater von Nati-Spieler Gaëtan Haas, und Gäetans Bruder Corentin schliessen sich der rasch wachsenden Fan-Gruppe an. Die Haas-Familie verfolgt seit einer Woche die Heldentaten der Nati in Prag. «Schon die Tatsache, dass mein Sohn spielt, ist grossartig», meint Serge direkt. Zu Beginn des Turniers wurde der Bieler am Kopf getroffen und war lange Zeit nicht auf dem Eis. «Ich bin überhaupt nicht gestresst. Ab jetzt ist alles Bonus», betont der Vater.

Corentin und Serge Haas, Bruder bzw. Vater von Gaëtan.
Foto: zvg

«Es ist magisch»

Nach dem Kanada-Spiel treffen sich alle wieder vor der Eishalle. Nadia Haas, die Mutter von Gaëtan, ist sichtlich erleichtert. «Wir haben bis zur letzten Minute gezittert», lächelt die Mutter, «Ich bin sehr stolz und freue mich, meinen Sohn im Finale zu sehen». Anna Jung ist ebenfalls glücklich: «Ich habe ihm bereits geschrieben und gesagt: ‹speechless› (dt. sprachlos). Das ist verrückt – und es ist egal, was am Sonntag passiert.»

Die Eltern von Sven Jung sind mit dem Auto angereist.
Foto: zvg

Am meisten berührt von der ganzen Situation ist Philippe Loeffel, der zugibt, dass er sich während eines Spiels noch nie in einem solchen Zustand befunden hat. «Wenn ich Romain sehe, werde ich weinen», verspricht er. Und tatsächlich: Versprochen ist versprochen. Wenige Augenblicke später fällt er seinem Sohn weinend in die Arme. Natürlich ist der Nati-Verteidiger gerührt, dass seine Familie in Prag ist. «Es ist wunderschön. Ich bin meiner Frau sehr dankbar, die sich seit vielen Wochen um die beiden Kinder kümmert. Dass ich meinen Bruder hier habe und meinen Papa, der mir überall hin folgt. Ihm solche Momente schenken zu können, ist magisch», sagt Romain Loeffel.

Nun bleibt die wichtigste Frage zu klären: die Eintrittskarten für das Finale. Die Eltern Jung sind beruhigt, da jeder Spieler mindestens zwei Tickets hat. Bei der Familie Loeffel ist das noch unklar. «Ich hoffe wirklich, dass sie alle ein Ticket bekommen», sagt Romain. Denn mit seinem Bruder, seiner Frau, seinen beiden Kindern, seinem Vater und seinen beiden Schwager spürt unsere Nummer 55 zweifellos grosse Rückendeckung.

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