Federer und Nadal werden vom Sand verweht
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Starker Wind in Paris:Federer und Nadal werden vom Sand verweht

Federer ist nach Halbfinal-Out gefasst
«Vielleicht hatte Rafa etwas weniger Wind»

Nach der klaren Dreisatz-Niederlage spricht Roger Federer klare Worte. Niemand spielt auf Sand wie Rafael Nadal, meint der Schweizer.
Publiziert: 07.06.2019 um 18:28 Uhr
Roger Federer und Rafael Nadal vor dem 39. Duell.
Foto: Keystone
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Aufgezeichnet: Cécile Klotzbach, Paris

War das prompte Re-Break im zweiten Satz ein Schlüsselmoment im Match? 
Ich denke, im ersten Satz ging es primär darum, sich an die windigen Bedingungen zu gewöhnen. Die waren kompliziert für einen so wichtigen Match. Du tastest ab, was du machen kannst und was nicht. Es wäre toll gewesen, im zweiten Satz auszugleichen - hier bedaure ich schon, dass ich den Anschluss nicht geschafft habe. Aber es ist halt schon unheimlich schwierig, bei der Qualität von Nadals Returns gegen den Wind meinen Service zu halten. Er verfehlt fast keine, hat extremen Spin auf der Vorhand-, extreme Kontrolle auf der Rückhand-Seite. Er war besser, kein Zweifel. Meine Mini-Chancen haben dagegen nicht gereicht. 

Wie fühlt man sich gegen Sandkönig, wenn ma 0:2 in Sätzen zurückliegt?
Es ist sehr ungemütlich gegen ihn. Aber das macht er mit allen - es gibt nicht einen anderen Spieler, der so wie Rafa spielen kann. Ich wüsste nicht einmal, wo ich einen Trainingspartner finden würde, der ähnlich spielt - daran musste ich sogar während dem Match mal denken. Meine Einstellung im Kopf im dritten Satz war aber wirklich noch: Es ist so windig, hier kann alles passieren. Ich habe nicht schlecht gespielt. Für einen solchen Wind-Match war es ein gutes Niveau und es hat mir eigentlich Spass gemacht.

Waren Sie überrascht von seinen Qualitäten?
Ich wusste vor allem wegen der Verhältnisse nicht, was ich zu erwarten habe. Aber es ist schon unglaublich, von wie weit hinten Rafa retournieren kann. Das sieht bei ihm so einfach aus, ist es aber nicht. Es ist faszinierend, wie er das macht, und es gibt ihm alle Möglichkeiten, in die Ballwechsel zu finden. Gegen ihn zu spielen ist einfach ganz anders als sonst. Bälle wie die seinen siehst du die ganze Saison hindurch nicht, das ist interessant und spannend. Ich habe diese Herausforderung gerne. Dumm nur, dass du sie nicht trainieren kannst.

Wie enttäuscht sind Sie nach dieser Niederlage? 
Es war hart da draussen, aber die Bedingungen waren für beide gleich. Aber vielleicht hatte Rafa ja etwas weniger Wind als ich... (lacht) Es war hart, aber ich akzeptiere das. Er spielte unglaublich, seine Fähigkeiten sind beeindruckend. Ich wusste das schon vorher, und auch wenn es manchmal so aussieht, als kämpfe ich nicht, so versuchte ich doch, bis zum Schluss daran zu glauben, es noch wenden zu können. Aber Rafa spürte den Wind immer besser. Ich hatte meine paar Chancen - schade, dass ich sie nicht packen konnte. Aber noch mal: Es war beeindruckend, ihn auf Sand spielen zu sehen. Darauf ist er der Beste, ich erkenne das gerne an.

Federer unterliegt Nadal in drei Sätzen
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Nächstes Jahr soll hier ja ein Dach sein... 
Das fliegt bei dem Wind dann vielleicht davon (lacht und kichert lange). Ich weiss gar nicht, ob Sie verstehen: Es war verrückt - der Wind war wirklich so stark! Es war wie beim Sändele im Sandkasten. Danach müssen Rafa und ich uns die Augen sauber reiben, damit wir später sehen, was wir später zu essen bekommen. Trotz allem bin ich der Meinung, man sollte das Dach offen lassen, wenn es nicht regnet, schliesslich ist es ein Outdoor-Event. Aber dass es eines geben wird, ist wichtig - auch damit es nicht mehr zu solch unglücklichen Spielansetzungen wie heute kommt. Dass die Frauen auf die Nebenplätze ausweichen mussten, war ja eine Konsequenz daraus.

Wie lautet Ihr Fazit von Roland Garros 2019?
Ich habe es wirklich sehr genossen hier. Das Publikum hätte nicht besser sein können. Vielleicht habe ich sogar noch nie in meiner 20-jährigen Karriere so viel Unterstützung gefühlt. Die Leute kamen in meine Trainings, freuten sich immer, mich zu sehen, waren in den Matches für mich. Was mein Spiel angeht, so bin ich zufrieden. Ich habe mich selbst überrascht, wie weit ich im Turnier kam.

Werden Sie wieder kommen?
Wie bei allen Turnieren weiss ich das noch nicht. Wir werden sehen, was passiert. Aber ich habe die Sandsaison und die French Open definitiv genossen, das steigert die Chancen, dass ich zurückkehre.

Fühlen Sie sich körperlich nach der Sandsaison bereit für die Rasensaison?
Ja, ich bin sehr zufrieden, habe keine Probleme. Auch wenn ich mich jetzt, wo der ganze Druck nachlässt, etwas müde fühle. Aber ich werde viel Positives aus der Saison mitnehmen, Dinge, auf die ich stolz sein kann. Ich freue mich auf die Rasensaison. Aber jetzt ist erst einmal Erholung angesagt. Ende nächster Woche reise ich dann nach Halle.

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